READY, OR NOT? WAS MAN VORM ALLEINREISEN WISSEN SOLLTE (ZUM BEISPIEL, WIE MAN DIE SINGLE-STEUER UMGEHT)

Endlich mal ganz alleine verreisen. Das nehmen sich immer mehr Menschen vor. Solo-Trips, bei denen man nur auch sich gestellt ist, sind zum Trend geworden. Soll immerhin der Persönlichkeitsentwicklung helfen. Außerdem spart man sich so den leidigen Urlaubsstress mit Mitreisenden und muss keine Kompromisse machen. Finanziell sieht es mit dem Sparen allerdings anders aus. Wer alleine reist, muss mit höheren Kosten rechnen, als wenn man sich mit mehreren ins Abenteuer stürzt. Dieser Preisaufschlag wird Single-Steuer bezeichnet. Wir verraten, wie man die umgeht und was man vor dem ersten Solo-Trip sonst noch wissen sollte.

Solo-Trips sind immer eine gute Idee

Der neue Reise-Trend Solo-Trips, bei denen man ganz alleine verreist, erfreut sich großer Beliebtheit. Völlig zu Recht: Immerhin bringt er eine Menge Vorteile mit sich. Nicht nur, weil man deutlich flexibler ist, sich weder anderen Bedürfnissen fügen noch Kompromisse bei der Reiseplanung eingehen muss. Man setzt eigene Prioritäten und macht's, wie es einem am besten gefällt. Und das soll dann auch der Persönlichkeitsentwicklung helfen. Wenn man völlig auf sich gestellt ist und neue Orte bereist, lernt man sich selbst besser kennen. Stärken, Schwächen, alles das, was kommt, wenn man die eigene Komfortzone verlässt. Der Fokus ist ein anderer, die Perspektive neu. Ganz zu schweigen von dem Selbstvertrauen, das man aus dieser Erfahrung schöpfen kann. Überwindung kostet der Solo-Trip natürlich alle Mal. Aber bevor man sich einsam fühlt, hat man ja auch immer die Möglichkeit, neue Kontakte zu knüpfen und andere Menschen kennenzulernen. Da muss man schon selbst manchmal über seinen Schatten springen, sind wir ehrlich. Aber lohnen tut sich Alleinreisen in jedem Fall. Zumindest, wenn man weiß, wie man Hindernisse (allem voran die Single-Steuer) am besten umgehen kann.

Das Problem mit der Single-Steuer bei Solo-Trips

Eigentlich steht einem Solo-Trip ja nichts im Weg. Man muss nur den Mut fassen, Bock drauf haben und sich selbst überwinden. Lohnt sich, können wir aus eigener Erfahrung bestätigen. Nur das mit der Single-Steuer ist natürlich ein kleines Problem. Damit gemeint sind die Extrakosten, die auf Alleinreisende zukommen, wenn sie ohne andere Person(en) unterwegs sind. Viele Hotels berechnen etwa einen Einzelzimmerzuschlag, da die Kosten für ein Zimmer normalerweise auf zwei Personen ausgelegt sind. Alleinreisende müssen oft den vollen Preis für ein Zimmer zahlen, obwohl sie nur eine Person sind. Das wird dann deutlich teurer. Von Gruppentarifen und niedrigeren Unterkunftspreisen bei mehreren Gäst*innen ganz zu schweigen. Auch die Transportkosten erhöhen die Single-Steuer bei Solo-Trips. Wer sich ein Taxi nimmt oder einen Mietwagen bucht, zahlt den gesamten Wagen – auch wenn der nicht voll besetzt ist. Wer also alleine reist, muss mit höheren Kosten rechnen. Außer natürlich, man hat unseren Artikel gelesen. Denn es gibt auch Möglichkeiten, die Single-Steuer zu umgehen.

Es gibt Wege, die Single-Steuer bei Solo-Trips zu minimieren

Wirklich vermeiden lässt sich die Single-Steuer beim Alleinreisen nicht, das schon mal vorab. Es wird immer Momente geben, in denen man beim Solo-Trip einen gewissen Betrag draufzahlen muss. Aber es gibt Wege, wie man diese Extrakosten minimieren kann. Denn Solo-Trips, das weiß auch die Reisebranche, boomen. Dementsprechend gibt es immer mehr Anbieter, die sich speziell auf Alleinreisende konzentrieren und extra Angebote für Solo-Traveller bereitstellen. TUI, Intrepid und Jet2holidays haben beispielsweise angefangen, Ziele für Alleinreisende anzubieten, bei Solo Travel kann man spezielle Angebote finden, die nur wenig oder gar keine Single-Steuer aufschlagen. Will man das alles lieber selbst in die Hand nehmen, bleibt nur die Option, andere Sparmaßnahmen zu ergreifen. Indem man früh bucht, auf alternative Reiseziele ausweicht oder sich für einen Flat Swap entscheidet, bei dem man die eigene Wohnung einfach mit einer Person am gewünschten Urlaubsort tauscht. Ist das alles nichts, dann muss man wohl oder übel mit ein paar Extrakosten rechnen. Am Ende hat man aber auch was davon.

Was man sonst noch vor dem Solo-Trip klären sollte

Die Single-Steuer, so unfair sie auch ist, wird man nie ganz loswerden. Hat man dann doch ein passendes Angebot gefunden, gilt es aber noch einige andere Fragen, die man vor der ersten Alleinreise klären sollte, damit das Abenteuer nicht zum Albtraum wird:

Was ist das beste Reiseziel für meinen Solo-Trip?

Die Wahl des Reiseziels ist maßgeblich entscheidend für den Solo-Trip. Will ich ans Meer, in die Stadt oder einfach nur irgendwohin, wo ich meine Ruhe habe? Für den ersten Solo-Trip empfehlen wir, nicht direkt zu übertreiben. Eine Woche kann ganz schön lang sein, vor allem, wenn man noch nie alleine unterwegs war. Deshalb am besten erst mal klein anfangen und da starten, wo man auch was zu tun hat: in einer Stadt, die man schon immer mal sehen wollte, einem Ort, an dem viel los ist oder einem Reiseziel, bei dem man sich ein buntes Programm zusammenstellen kann. So hat man auf jeden Fall was zu tun und immer die Möglichkeit, neue Kontakte zu knüpfen, falls die Langweilige oder die Einsamkeit dann doch irgendwann mal kicken sollte.

Ist mein Reiseziel auch wirklich sicher?

Bevor man sich auf ins Abenteuer macht, sollte man einmal abchecken, ob das Reiseziel auch wirklich sicher ist. Sollte man prinzipiell vor jedem Urlaub machen, aber wenn man alleine unterwegs ist, dann ist dieser Check umso wichtiger. Gerade wenn man als Frau reist, sind viele Reiseziele für den Solo-Trip nicht die beste Wahl. Hier finden sie eine Liste an schönen und wirklich auch sicheren Reisezielen.

Habe ich alles vorbereitet und gecheckt?

Wenn man alleine unterwegs ist, hat man nicht die Möglichkeit, sich auf andere zu verlassen. Deshalb ist eine gute Vorbereitung und Organisation unerlässlich. Wo muss ich hin, wie komme ich hin, habe ich alles dabei? Ebenfalls nicht zu unterschätzen: die Aktivitätenfrage. Was mache ich vor Ort? Worum muss ich mich da kümmern? Muss ich eventuell schon Tickets buchen? Natürlich ist der Reiz am Solo-Trip, sich treiben zu lassen und spontan zu entscheiden, worauf man wirklich Bock hat. Aber eine gewisse Planung ist unerlässlich. Wird man sich selber danken.

Weiß ich, worauf ich mich hier einlasse?

Bevor man den Solo-Trip wirklich bucht, sollte man sich schon fragen, ob man sich des Abenteuers überhaupt bewusst ist. Denn was wir aus eigener Erfahrung berichten können, ist: Man wird wirklich viel Zeit alleine verbringen. Das klingt im ersten Moment nur logisch, aber richtig begreifen tut man häufig nicht, was es wirklich bedeutet, tagelang alleine unterwegs zu sein. Ist man dem überhaupt gewappnet? Weiß man, wie man sich beschäftigen kann? Am besten spielt man diesen Gedanken vorher mehrmals durch, um sich auf die Erfahrung vorzubereiten.

Was ist mein Notfallplan, wenn der Solo-Trip doch schiefgehen sollte?

Einen Plan B sollte man sich für den Solo Trip immer überlegen. Schließlich besteht die Gefahr, dass alles ganz anders läuft, als man es sich vorgestellt hatte, und man die Erfahrung am Ende gar nicht genießen kann. Also sollte man auf der einen Seite auf jeden Fall seine Tage planen, ein gutes Buch mitnehmen und sich auch Alternativen überlegen, was man in dieser und jener Situation mit sich anstellt. Wenn die Einsamkeit kickt, kann man sich entweder auf die Suche nach neuen Kontakten machen oder – weil das eben nicht immer ganz so einfach ist – Dating-Apps für freundschaftliche Bekanntschaften nutzen. Ansonsten hilft auch immer der Anruf beim besten Kumpel und zur Not, wenn es gar nicht mehr geht, bucht man seinen Flug eben noch mal um. Solo-Trips sind toll, aber eben auch nichts für alle Menschen. Das wird man aber nur herausfinden, wenn man es selbst ausprobiert. Einen guten Plan haben Sie jetzt ja.

2025-07-30T04:13:09Z