SOLO-URLAUB BOOMT: WAS IST DAS GENAU?

Deutsche Spitzenreiter

Solo-Urlaub boomt: Was ist das genau?

Allein in den Urlaub zu fahren, heißt nicht, einsam zu sein. Deutsche sind immer lieber solo unterwegs, wünschen sich aber auch Gesellschaft.

Allein in den Urlaub zu fahren, entwickelt sich vom Nischenphänomen zum Reisetrend. Besonders groß ist das Interesse in Deutschland. Eine aktuelle europaweite Untersuchung der Dertour Group zeigt zudem: Wer solo reist, ist länger unterwegs und meidet häufiger die klassische Hauptsaison.

So können sich fast 30 Prozent der befragten Europäer mit Reiseplänen vorstellen, innerhalb der kommenden zwölf Monate eine Solo-Reise zu unternehmen. Mit 36,1 Prozent führt Deutschland die Rangliste der europäischen Solo-Reisemärkte an. Dahinter folgen Schweden mit 35 Prozent und Frankreich mit 32,2 Prozent. Großbritannien erreicht 29,8 Prozent, Polen 28,9 Prozent. Auch die tatsächlichen Buchungen zeigen die Bedeutung des Trends: Im Winter 2025/26 entfielen bei Dertour Deutschland bereits 18 Prozent aller gebuchten Urlaube auf Alleinreisende, heißt es.

Alleinreisende bleiben länger

Interessant ist dabei, dass Solo-Reisende offenbar anders Urlaub machen. Den Buchungsdaten zufolge dauern ihre Reisen im europäischen Durchschnitt 10,4 Tage bis 1,5 Tage länger als bei Urlaubern insgesamt. Zudem finden 65 Prozent der Solo-Reisen außerhalb der klassischen Sommermonate Juni bis August statt. Der Anteil der Alleinreisenden an den Buchungen der Gruppe ist von 9,1 Prozent im Jahr 2025 auf 9,4 Prozent gestiegen.

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In Deutschland fällt der Unterschied noch deutlicher aus. Während der vergangenen Wintersaison waren Solo-Urlauber im Schnitt 13,5 Tage unterwegs und damit vier Tage länger als Reisende mit Begleitung. Außerdem buchten die Alleinreisenden kurzfristiger und entschieden sich häufiger für All-inclusive-Angebote.

Solo-Reisen sind dabei keineswegs nur eine Sache für Singles. Zwar erwägen 37,6 Prozent der Alleinstehenden eine solche Reise, doch auch rund jeder vierte Verheiratete oder in einer eingetragenen Partnerschaft lebende Befragte kann sich vorstellen, innerhalb der kommenden zwölf Monate allein zu verreisen. Selbst bei Menschen in einer festen Beziehung liegt der Anteil bei 24,4 Prozent.

Allein reisen heißt nicht einsam reisen

Auch beim Alter zeigt sich ein überraschend breites Bild. Das größte Interesse haben die 25- bis 34-Jährigen: 32,6 Prozent von ihnen ziehen eine Solo-Reise in Betracht. Doch selbst unter den 55- bis 65-Jährigen ist es noch gut jeder Vierte.

Dabei bedeutet allein zu verreisen offenbar nicht, auf Gesellschaft verzichten zu wollen. 27,9 Prozent wünschen sich Möglichkeiten, mit Gleichgesinnten unterwegs zu sein. Noch wichtiger sind passende Unterkünfte. 38,4 Prozent hätten gern speziell für Einzelbelegung konzipierte Zimmerangebote. Gut jeder Vierte wünscht sich personalisierte Angebote und ausgewählte Erlebnisse, ebenfalls rund jeder Vierte einen festen Ansprechpartner für Notfälle.

Der Trend fügt sich in einen größeren Wandel beim Reisen ein. 63,6 Prozent der Befragten geben an, im Urlaub bewusst einen Gang zurückschalten zu wollen. 58,3 Prozent sind wenige, dafür besonders erinnerungswürdige Erlebnisse lieber als möglichst viele Programmpunkte. Und fast die Hälfte betrachtet den Urlaub inzwischen auch als Gelegenheit, Abstand von sozialen Medien und digitalen Ablenkungen zu gewinnen.

Methodik: Für den "European Travel Trend Report 2026" von Dertour wurden Anfang Februar insgesamt 8.000 Menschen zwischen 18 und 65 Jahren in 13 europäischen Ländern befragt. Zusätzlich flossen anonymisierte Buchungsdaten der Dertour Group in die Untersuchung ein.

Verwendete Quellen:

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2026-08-21T11:18:14Z